Evaluation des Programms „Gemeinsam sind wir bunt“ im Zuge der Engagementstrategie Baden-Württemberg

Projekttyp:
Wissenschaftliche Untersuchung
Zeitraum:
Juli 2015 – Dezember 2016
Auftraggeber:
Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg
Projektleitung:
Prof. Dr. Thomas Klie
Projektkoordinator: Silke Marzluff, Pablo Rischard

Hintergrund

Im Frühjahr 2012 hat die Landesnetzwerkkonferenz Bürgerschaftliches Engagement, in der alle wichtigen Akteure des bürgerschaftlichen Engagements im Land vertreten sind, die Idee einer landesweiten Engagementstrategie entwickelt. Nach der Beschlussfassung über die Erstellung einer landesweiten Engagementstrategie wurde der partizipative Prozess gestartet und nach gut einem Jahr im Sommer 2014 im Kabinett der Landesregierung verabschiedet. Mit der „Engagementstrategie Baden-Württemberg“ wurde - auch methodisch - Neuland betreten: In einem etwa einjährigen Prozess wurden unter Beteiligung von über 100 Akteuren aus dem Feld des bürgerschaftlichen Engagements Konzepte und Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement entwickelt. Diese richten sich an den Bund, das Land sowie Kommunen, Verbände und Vereine.

Sechs sogenannte „Forschungs- und Entwicklungsteams“ (FETs) haben Expertisen mit Handlungsempfehlungen für die folgenden Themenfelder erarbeitet:

-    Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung
-    Engagement in einer Gesellschaft der Vielfalt
-    Jugend und Freiwilligendienste
-    Bürgerschaftliches Engagement und Alter
-    Bürgerschaftliches Engagement und Pflege
-    Unternehmerisches gesellschaftliches Engagement

Zur Umsetzung der Engagementstrategie fördert das Land Baden-Württemberg (Baden-Württemberg-Stiftung) unter anderem Modellprojekte in Städten und Gemeinden, in denen einzelne Empfehlungen der Engagementstrategie umgesetzt werden. In den Projekten sollen nicht einzelne Personengruppen, sondern die Begegnung von Akteuren und deren Miteinander vor Ort vorangebracht werden - und das dort, wo sie leben: in Nachbarschaften, Quartieren, Stadtteilen, Städten, Gemeinden oder Regionen. In diesen sollen gezielt „Engagement-Räume“ aufgebaut bzw. weiter entwickelt werden.

Methodisches Vorgehen

Die Evaluation „Gemeinsam sind wir bunt“ soll im Wesentlichen drei Aspekte umfassen:

1.    Die Vorbereitung einer Selbstevaluation der Projekte in Abstimmung mit der Prozessbegleitung zu Beginn der Projektumsetzung

Die geförderten Projekte führen eine Selbstevaluation durch. Mit dieser sollen Daten für die Evaluation und Wirkungsanalyse gewonnen werden. Externe Prozessbegleiter unterstützen die geförderten Projekte bei dieser Aufgabe. Ziel ist, dass die Projekte zielorientiert arbeiten und ihr Handeln systematisch dokumentieren. Dabei ist die regelmäßige Reflexion der Wirksamkeit der Einzelprojekte für das Gesamtvorhaben in den Blick zu nehmen. In Fortbildungen der Prozessbegleitung wird den Verantwortlichen in den geförderten Projekten das theoretische und praktische Wissen zur Durchführung der Selbstevaluation vermittelt.

2.    Online-Befragungen zur Analyse von Wirkungen und Projektzielerreichung mit Bezugnahme auf die Selbstevaluation

Während der Projektlaufzeit sind zwei Online-Befragungen mit den Projektverantwortlichen vorgesehen. Die erste Befragung erfolgt etwa nach der Hälfte der Projektlaufzeit. Es werden Zielsetzungen sowie Planungen zur inhaltlichen Ausrichtung der Aktivitäten, Vernetzungs- und Aktivierungsstrategien abgefragt. Diese ermöglichen im weiteren Projektverlauf einen Soll-Ist-Vergleich. Die Online-Befragung beinhaltet sowohl quantitative Fragenblöcke als auch qualitative Elemente, um Besonderheiten an den einzelnen geförderten Projektstandorten zu erfassen.

Bei der zweiten Online-Befragung, gegen Ende der Projektlaufzeit im Herbst/ Winter 2016, wird der Schwerpunkt auf die Zielerreichung gelegt: Welche Ziele wurden bereits erreicht, bzw. in welchem Stadium der Zielerreichung befinden sich die Projekte? Welchen Problemen sind sie während der Umsetzungsphase begegnet und wie wurden diese bewältigt? Welche konkreten Ergebnisse wurden erzielt und welche Ansätze sind aus Sicht der Projektnehmer für eine Sammlung guter Beispiele geeignet? Inwiefern haben die Projekte neben der Förderung durch die Baden-Württemberg Stiftung weitere Mittel (Geld, Sachmittel) erhalten?

3.    Die Vermessung von Engagementräumen

Die qualitative und quantitative Vermessung der Engagementräume erfolgt weitgehend auf Grundlage der in den Online-Befragungen erhobenen Daten. Dort finden Items und Fragenbereiche Eingang, die die Grundlage für die Vermessung der Engagementräume bilden.

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Aktuelles

> 07.09.17 | Veröffentlichung "Engagementberichterstattung und -politik in der nächsten Legislaturperiode" | Thomas Klie im BBE-Newsletter

> Das neue zze-Projekt "KoDa eG: Kommunale Daseinsvorsorge durch Bürgergenossenschaften" in der Förderlinie "Kommunen innovativ" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist gestartet. Pressetext

> 16.06.17 | Thomas Klie im Interview mit dem BR über aktuelle Entwicklungen des Ehrenamts | mehr...

> Druckversion Zweiter Engagementbericht jetzt verfügbar beim BMFSFJ | mehr... 

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